Die ersten Wochen als Gastgeberin - the first weeks as a host

Nun ist die Black Forest Lodge seit gut 6 Wochen eröffnet. Habe ich davor gesagt, dass nach der Eröffnung alles ein wenig entspannter wird, wenn die Renovierungsarbeiten vorbei sind? Da habe ich wohl Witze gemacht...

Nun gut, viele Leute haben mir im Voraus gesagt, dass ich bei einem vollen Haus gut zu tun haben würde und dass alles harte Arbeit sei. Ja, ihr habt alle so recht! Aber ebenso haben mir viele Leute gesagt, dass es eine Zeit dauern würde, bis alles so richtig anläuft. Das hat sich wiederum nicht als wahr erwiesen. Das Haus ist seit der Eröffnung beständig recht voll (nicht bis auf das letzte Zimmer ausgebucht, aber darauf lege ich es auch wirklich nicht an … 12 Zimmer sind viel, ich schaffe es gerade so, den Überblick zu behalten). Ein Grund ist sicher, dass ich auch pünktlich zur Sommersaison losgelegt habe. Es hat also nicht gedauert, bis es anläuft, aber es wird seine Zeit brauchen, bis sich alles einspielt, pflege ich derzeit zu sagen.

Meine Gäste kommen praktisch durch sämtliche Kanäle und von überall her. Es gibt zu meiner besonderen Freude immer noch viele aus dem Familien- und Freundeskreis, die mich besuchen. Und aufgrund des Zeitungsartikels vom (!) April und den anderen Artikeln gibt es auch immer noch Anfragen, Buchungen und Besichtigungen. Gerade letzte Woche klingelte ein älteres Ehepaar an meiner Tür. Ich war gerade unter der Dusche und entschied mich, mir die Haare zu föhnen, bevor ich zur Tür ging. Derweil ließen sich die beiden aur der Bank im Eingangsbereich nieder. Sie packte den Zeitungartikel über mich aus und begann zu lesen, während er eine Orange aß. Mit trockenen Haaren öffnete ich natürlich die Tür. Für eine kurze Führung und nette Begegnung war Zeit. Aber auch über booking.com tut sich was - hierüber gab es auch die ersten negativen Erfahrungen, aber gleichzeitig auch wieder so positive, dass man auch erstmal weiterhin über dieses Portal bei mir buchen kann. Und AirBnB ist der Renner … darüber berichte ich bald mehr.

Die letzten Wochen waren eine sehr intensive Zeit. Allein die ganzen Buchungen zu managen und den Überblick zu behalten kostet Zeit. Der ganze Haushalt frisst auch viel Zeit. Zu Stoßzeiten am Morgen bewege ich mich zwischen Spülmaschine und Waschmaschine hin und her, während meine Kollegin Marion die Zimmer richtet. Und natürlich bin ich um das Wohl meiner Gäste bemüht. Zudem ist auch immer was im Haus zu richten (auch hier gilt wieder: ihr habt’s mir alle im Voraus gesagt, ja). Heute habe ich den zweiten Duschschlauch in einem der vielen Badezimmer ausgetauscht. Jetzt kann ich’s alleine. Beim ersten Wechsel holte ich zur Sicherheit noch meinen netten Nachbarn zur Hilfe. Eine etwas größere Sache und  sehr nervenaufreibend war, als Wasser durch meine Wohnzimmerdecke tropfte .. aber die Ursache dieses Problems bei den neu eingebauten Bädern und einer undichten Silikonfuge sollte nun behoben sein (ich hoffe es so sehr) - nach wie vor in guter Kooperation mit der Firma, die die Bäder eingebaut hat.

Ich bin nun in gewohnter Manier ganz ehrlich: Ich fühle mich definitiv müde, weil ich öfter selbst nicht lange geschlafen habe durch späte Anreisen und frühes Frühstück. Und mehr noch, weil das Haus doch recht hellhörig ist, und wenn es voll ist, steigt das Lärmpotential, sodass mein Schlaf in Sorge um das Wohl aller Gäste (es wird sich doch niemand gegenseitig stören) zeitweise recht leicht blieb. Zudem bin ich oft mit neuen Situationen konfrontiert gewesen und muss ständig entscheiden, wie ich in einer Situation reagiere, z.B. wenn mir das Verhalten eines Gastes nicht passt. Wie definiere ich Regeln? Wann beharre ich darauf? Wann mache ich wiederum Ausnahmen, wenn mich etwas eigentlich nicht stört und wann bleibe ich konsequent? Wie setze ich Grenzen? Wie bringe ich das gut rüber? Usw…. mittlerweile hatte ich auch meine ersten Begegnungen mit Gästen, bei denen ich ehrlich gesagt froh war, als sie wieder weg waren. Aber das Gute ist ja, dass das immer passiert ;-) Und es war auch klar, dass das ebenso kommen würde. Genauso wie das Nicht-Erscheinen von Gästen…. die Regel, dass 90% aller Gäste nett sind und 10% so na ja. Und von den 10% maximal 2% ganz schlimm sind, trifft ungefähr zu. Also überhaupt kein Grund, sich von dem nicht so Angenehmen runterziehen zu lassen. Und darauf will ich auch hinaus: die ehrliche Begeisterung, die ich bei der Mehrzahl der Gäste über die Lodge und das Konzept erlebt habe, beflügelt ungemein. So viele Leute betreten das Haus und finden alles “wunderschön”. Und auch unterschiedliche Details fallen vielen Leuten auf genauso wie ich auf meine Geschichte angesprochen werde. Aus diesem Grund fühle ich mich als Gastgeberin sehr beglückt und auch nach wenigen Wochen schon durch die ganzen Einflüsse und durch die tolle Gesellschaft so bereichert! Mehr will man als Gastgeber gar nicht, als dass sich die Gäste wohlfühlen… und ist das der Fall. Die Reaktionen geben einem als Gastgeber so viel zurück und machen die harte Arbeit vergessen. Die große Herausforderung für mich ist, mich nicht stressen zu lassen. Denn das hilft niemandem. Gerade meine Gäste sind ja meist im Urlaub und auch entspannt, selbst wenn sie mal eine Minute auf etwas warten müssen. Und mir bringt es auch nichts. Ich weiß es eigentlich, nur manchmal wird es alles ein bisschen viel, sodass ich an mir arbeiten muss. Ich werde dann in einem halben Jahr einen nächsten Lagebericht abgeben, wie es mir erging. Und auch was ich in Bezug auf den Umgang mit Menschen gelernt habe (mir dünkt, dass ich da gerade sehr viel lerne durch die Erfahrungen, die ich tagtäglich mache).

Das Fazit für jetzt lautet aber: Sarah lebt als Gastgeberin genauso wie davor “beschäftigt, müde, aber sehr glücklich” in ihrer Lodge. Bald berichte ich von ein paar Highlights.

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The Black Forest Lodge has been open for roughly 6 weeks now. Did I ever say that everything would be a little more relaxed after the opening when the renovation works were finished? I must have been joking…

Well, many people told me in advance, that I would be busy with a full house and that everything would be hard work. You were all so right! But also many people told me that it would take some time until everything would really get started. This did however not prove to be right. Since the opening, the house has constantly been pretty full (not always filled up to the last room… but this is something I do not aim for. 12 rooms are much, I just manage to keep the overview). I of course just started right into summer season. It did hence not take time to take off, but it will all need time to establish a certain routine, as I use to say.

My guests arrive through many different channels and from many places. I am particularily happy that still many family members and friends as well as friends from friends do come and visit me here. And thanks to the newspaper article from (!) April and the other articles, I receive a lot of requests, bookings and visits. Just last week, an elderly couple rang at my door. I actually just came from the shower and decided to dry my hair before opening the door. It did not bother them, they sat down on a bench in front of the house, she got the newspaper article about me out of her bag and started to read it while he ate an orange.

Once I had dried my hair, I of course opened the door. There was time for a nice encounter and a short tour through the house. There’s also a lot going on through booking.com now - I had my first negative experiences through this portal. But on the other hand, I had such positive experiences that you can still book through it. And AirBnB is the burner … I will report more in depth about this soon.

The last weeks have been an intense time. Only managing the bookings and keeping an overview kept me busy. And the household takes much time as well. During rush hours in the morning, I keep moving between the dishwasher and washing machine. While my colleague Marion takes care of the rooms. And of course, the well-being of my guests matters much to me. Plus, there’s always something to fix in the house. I replaced the second shower tube in one of the many bathrooms this morning. But I can do that myself now. Last time, I asked my nice neighbour for help to be sure. One thing that has been a little more nerve-racking was when I saw water coming through the ceiling of my living room… originating from a leaking silicone joint in one of the new bathrooms. It should be fixed now (I hope it so much) - still in good cooperation with the company that built in the bathrooms.

I am, as always, honest on that blog: I feel definitely tired, also because I often did not sleep well lately. Guests came in the middle of the night, and I had to get up early for breakfast. Further, the house is pretty noise sensitive, and if it is full, the potential for noise rises. So I start to worry if everybody is okay … keeping my sleep very light. Further, I have been confronted with so many new situations and constantly need to decide how to react, e.g. if I don’t approve of the behaviour of a guest. How do I define the rules? When do I insist? When do I make exceptions if something really does not bother me? When will I remain consequent? And how do I set borderlines? How do I communicate the rules well? Etc…. in the meantime I also had the first encounters with guests when I was happy when they left again. They luckily all do ;-) And I had to deal with people not showing up…. the rule that 90% of all guest are nice proves quite true. 10% are not so great and out of these 10%, 2% are really annoying. Hence no reason at all to let myself down. And that’ the point I want to make: the honest enthusiasm most of the guests show about the Lodge and its concept inspires me incredibly. So many people enter the house and emphasize how adorable everything is. And they notice different details as well as my story. For that reason, I feel very lucky as a host through all these influences already after such a short time and enriched through so many nice encounters! You don’t want much more than happy guests as a host… and this seems to be the case. The positive reactions give me so much and make me really forget all the hard work. A main challenge for me remains to not let myself stress. It helps nobody. Most of my guests are on holiday and don’t care if they have to wait one minute for something. And it does not help myself if I get stressed. I am aware of it, but it sometimes gets a little too much so that I need to work on it. I will give another report in about half a year how these things developed. Also in relation to what I learned dealing with so many different people ( I have the impression that I am learning a lot right now though all these experience).

The summary for now is: Sarah is still living a busy, somehow exhausting, but happy life in her Lodge. Some highlights so far will follow soon.
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2 comments

  • Name
    Name Dienstag, 15. August 2017 20:55 Comment Link

    Hallo Barbara,
    danke für die Nachricht. 2-3 Wochen sind grad nicht drin, aber 2-3 Tage sind mal eingeplant... das ist schon mal was.
    Liebe Grüsse,
    Sarah

  • Barbara
    Barbara Freitag, 11. August 2017 11:38 Comment Link

    Hallo Sarah,

    danke für den Bericht und die Offenheit. Das ist ja alles neu und vieles muss man selbst erfahren, um es wirklich verstehen zu können. Menschen sind so und es ist klasse, dass die meisten ein positives Feedback geben. Viel Erfolg und liebe Gäste weiterhin!

    Hast Du Dir auch Urlaub eingeplant, wo Du mal die Lodge für 2-3 Wochen zu machst oder jemand Dich vertritt?

    Liebe Grüße
    Barbara

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